August 2017  Polen - Deutschland

 

 

Dienstag den 01.08.

Um sechs Uhr habe ich ausgeschlafen schäl mich aus dem Inlett, den   Schlafsack habe ich nur gegen Morgen als Decke gebraucht. Der Himmel ist  bewölkt im Gegensatz zur Nacht, da war er sternenklar, wie ich ihn lange nicht gesehen habe. Um kurz vor acht Uhr verabschiede ich mich von   Barbara mit der ich mich gestern gut unterhalten habe. Sie fährt heute   nach Kaliningrad und dann weiter durch die baltischen Staaten. Sie warnt  mich vor der Strecke die jetzt vor mir liegt mit den Worten: Du musst  ja jetzt den Berg hoch. Vom Frombork bis Pogrodzie, 10 Km, zieht sich  der Pass in ungeahnte Höhen von 115 Meter und ich bin heil froh als es  wieder bergab geht und die Luft wieder dicker wird.

Am Hafen steht auch schon das Schiff für die Fahrt über das Frische Haff bereit und um 9:30 Uhr kommt das Kommando " Leinen los". In Morska legen  wir eine gute halbe Stunde später an. Hier ist der Teufel los. Viele  Menschen, fast so viele wie in Indien. Jede Möglichkeit an die Zloty`s  zu kommen, der fast ausschließlich Polnischen Touristen, wird genutzt.  Auch die zwei Campingplätze vor Ort, sind total überfüllt und  chaotisch. Das tue ich mir nicht an und fahre weiter. Beim Ort Stegna  finde ich einen schönen gepflegten Platz und buche direkt zwei   Übernachtungen.

Ein wirklich schöner Platz

Hier geht’s zum Ostseestrand

Nach dem ich mein Camp aufgebaut habe gehe ich zum Strand wo auch der Bär steppt.

Fast so wie in Rimini

Heute gehe ich mal Essen denn zum Kochen habe ich keine Lust. Es ist 19:00 Uhr Wolkenlos und noch 25 Grad, das nenne ich Sommer.

Tagesdaten: 56 Km / 4 Std.in Fahrt / 260m Anstieg 

Dienstag den 02.08.

In der Nacht kommt ein heftiger Gewitterregen runter und am Morgen ist es diesig und bewölkt. Der richtige Tag um mal zu faulenzen. Im Internet buche ich mir für Morgen und Übermorgen ein Zimmer in der Nähe von Danzig (5Km bis zum Zentrum) um mir schon mal Danzig anzuschauen. Im Gemüseladen vor dem Camping Platz kaufe ich Tomaten, Zwiebel und Paprika ein, und koche mir Nudeln mit Tomatensoße, das geht auf meinem ein Flammen Herd am einfachsten.

Am Nachmittag gehe ich nochmal zum Strand aber lange halte ich es da nicht aus. Das Wasser der Ostsee kann mit dem der Bengalischen See im Januar in Myanmar von der Temperatur und Sauberkeit auch nicht mithalten.

Man muss schon früh hier sein und seinen Claim abstecken wenn man in der ersten Reihe liegen will.

Morgen kann ich in Ruhe packen den erst ab 14:00 Uhr werde ich im Hotel erwartet.

Mittwoch den 03.08.

Die Nacht war trocken aber beim Frühstück fallen doch noch ein paar Regentropfen, so dass ich mein Zelt nicht trocken verpackt bekomme. Um neun Uhr, nach dem ich mich von meinen Nachbarn Campern verabschiedet habe strampele ich los Richtung Danzig.

Die Weichsel

Wieder so ein Fluss den ich mehr oder weniger nur aus dem Erdkunde und Geschichte Unterricht in der Volksschule in Erinnerung habe. Der Strom, der die Breite des Rheins bei Düsseldorf hat, überquere ich mit der Fähre. Zwei Schilder haben meine Aufmerksamkeit erregt.

     Hinweis auf den Pilgerweg nach                                    Erst soll ich mit Helm fahren wird

Santiago de Compostela wo ich noch                         propagiert und nun mit ChapeauClaque

letztes Jahr war.                                                             Die spinnen doch die Polen.

Das Nächste Hindernis auf dem Weg ist die Wisla Smiala hier kann gerade per Drehbrücke der Bootsverkehr passieren.

Sieht ein wenig Vorsintflutlich aus aber es funktioniert.  

Kurz drauf beginnt schon der Großstadtverkehr und schon bald taucht auch das neue Riesenrad auf, welches mir den Weg zum Zentrum der Hanse Stadt Danzig weist. Wie schon so oft praktiziert, mache ich mit dem Rad eine Schnuppertour durch die Altstadt.

Das Wahrzeichen von Danzig „Das Kran Tor“

Der Musikant zählt nach ob es schon für eine          Blick aufs Rathaus und den Neptun Brunnen

Mahlzeit und ein Bier reicht.   

Das Danziger Goldwasser fällt heute in Form von Regen vom Himmel so mache ich mich auf den Weg zum Hotel. Beim Supermarkt kaufe ich das Nötigste ein und dank Navi finde ich meine Unterkunft auch direkt. In der Hoffnung auf besseres fotografier Wetter werde ich mir Morgen diese wunderschöne Stadt genauer ansehen.

Tagesdaten: 50 Km / 4:15 Std. / 102m Anstieg

Freitag den 04.08.                   

Morgen ist es wieder mal soweit, wie jedes Jahr in ihrem Urlaub besucht mich meine Schwester Gabi. Sie bringt ihr Rad mit und begleitet mich 3-4 Wochen. Nach der Türkei 2011, Australien 2012, Kuba 2013, Deutschland 2014, Namibia 2015, Frankreich 2116, kommt sie nun nach Danzig in Polen. 

Nach dem Frühstück fahre ich über den Radweg der zwischen der Hauptstraße 91 und dem Kanal verläuft bis in die Altstadt, welcher genau 5Km Wegstrecke ist. Für Reiseradler ist das ein ideales Quartier, Preiswert, ruhig, einen sicheren Unterstellplatz fürs Rad und ein Lebensmittelladen in der Nähe.

Als erstes steuere ich den Uferweg der Motlawa  gegenüber dem Kran Tor an, der mein Lieblingsplatz ist in Danzig.

Das Kran Tor unter einem fantastischen Himmel

Das Kran Tor mal aus einer anderen Perspektive

Nach zwei wichtigen Dingen die ich noch erledigen möchte halte ich Ausschau. Die da wären, Bargeld und Gaskartuschen. Bei der Recherche im Internet bin ich nicht fündig geworden. Da ich aber die Einstechpatronen nutzen kann, bin ich zuversichtlich sie in einem Baumarkt oder ähnlichen Geschäften zu finden. Eine Filiale meiner Hausbank der Deutschen Bank versorge mich mit frischen Zloty Scheinen und durch einen Zufall finde ich einen Laden der noch drei Gaskartuschen für mich auf Lager hat. Aber die Stadt hat ja so viel mehr zu bieten und so viele Gebäude sind zu bestaunen. Es ist schon eine besondere Leistung wie die Stadt, die nach dem Krieg wie viele andere Städte in Schutt und Asche lag, wiederaufgebaut wurde.

Die Spucker in der Mariacha (der Frauengasse)

Das Regenwasser wir durch Fallrohre und dann durch die Spucker, wie die Danziger sie nennen, vom Haus weggeleitet.

In der Frauengasse kann man Bernstein in allen möglichen Formen bewundern und natürlich kaufen. Bernstein ist ein versteinertes Harz das vor 40-50 Millionen Jahren entstanden ist und dem viele Eigenschaften nachgesagt werden. Das Ostseegold wie es auch genannt wird, war schon in der Antike bekannt und es rankem sich Sagen und Mythen um diesen Stein.

Das Zeughaus

Das goldene Tor

Dem Damen Trio höre ich eine Weile zu bevor ich mich auf den Heimweg mache. Sie spielen wirklich gut zusammen und können sich auch gut präsentieren. Vielleicht kommt heute ja so zusammen das sich jede der Drei sich eine neue Hose kaufen kann

Samstag den 06.08.

Heute steht ein Hotel Wechsel an, vom Zajazel Lipce zum Pokoje Lotnisko, welches zwei Kilometer vom Lech Walesa Airport entfernt ist. Doch erst mal möchte ich mir das Europäisches Solidarnosc Zentrum und das Denkmal für die gefallenen Werftarbeiter vom Arbeiteraufstand Dezember 1970 in den drei Städten Danzig, Elblag und Gdynia, ansehen. Die Außenhaut des Solidarnosc Zentrum ist aus rostfarbenen Stahl gefertigt wie die Schiffe die auf der Werft hergestellt werden. Das Denkmal mit den drei hohen Kreuzen überragt die Werftanlagen.

Das Werft Tor das durch den Streiksommer 1980 bekannt wurde

Ich schaue mir noch das Solidarnosc Museum an und radele anschließend durch die Danziger Werft, Richtung Ostsee. Dabei gehen mir so einige Gedanken zum Rechtsruck in der Polnischen Politik durch den Kopf. Nach meiner Meinung können die Polen können nur gewinnen, wenn der Europäische Gedanke siegt. „Noch ist Polen nicht verloren“ würde ich da sagen in Anlehnung der Nationalhymne.

Die Werft

Größer können die Unterschiede kaum sein

Von Nowy Port kann man rüber zur Westerplatte schauen wo der zweite Weltkrieg ausbrach und heute ein Denkmal daran erinnert

Die Ostsee

Einen Abstecher zum Strand, wo die Danziger baden gehen, mache ich noch bevor ich mich endgültig Richtung Flughafen orientiere. Um 15:00 Uhr stehe ich vor einem ganz normalen Miethaus wo auch ein Schildchen mit dem Schriftzug „Pokoje Lotnisko“ mit einer Telefonnummer an der Klingelleiste klebt. Mein Handy funktioniert nicht mit der Indischen Sim Karte. Ein netter Herr den ich um Hilfe bitte ruft für mich dort an und ein paar Minuten später kommt eine Frau angeflogen, die mir im Laufschritt das Zimmer, Bad und WC zeigt, mir den Schlüssel überreicht, den Pin Code der Haus Eingangstür aufschreibt und mir noch für 23:30 ein Taxi bestellt. Dann ist sie auch schon wieder weg, so schnell wie sie gekommen ist. Nach dem ich im nahen Supermarkt einkaufen war stehe ich vor der Eingangstür und nichts tut sich nach Eingabe der Pin Nummer. Auch nach dreimaligen „ Sesam öffne dich“ rufen bleibt sie verschlossen. Eine nette hilfsbereite Nachbarin ruft noch mal dort an und sie bekommt den richtigen Pin. Das Passwort fürs Internet bringt mir eine junge Dame vorbei. Jetzt braucht nur noch das Taxi pünktlich vor der Tür zu stehen, damit ich Gabi abholen kann, dann bin ich Happy.

Tagesdaten: 47 km / 4:10 Std Fz. 371m Anstieg

Sonntag den 06.08.2017

Hallo ich, die Gabi, übernehme wie jedes Jahr in meinen Ferien die Schreibfeder.

Auch in diesem Jahr begleite ich meinen Bruder drei Wochen mit dem Rad. Aus diesem Grund bin ich gestern, mit meinem Fahrrad im Gepäck, bis Danzig geflogen.

Da ich mit etwas Verspätung erst gegen 23 Uhr 50 gelandet bin, haben wir das Auspacken und Radschrauben auf heute Morgen verschoben. Das ist aber auch schnell erledigt und so machen wir uns auf den Weg in die Innenstadt. Da unsere Unterkunft in Flughafennähe ist sind es bis Danzig Innenstadt ca. 12 km.

Das könnte auch im Sauerland sein. Wir radeln durch einen schönen Laubwald.

Walter hat sich die Stadt ja schon angesehen und führt mich zu den Sehenswürdigkeiten. Hier stehen wir unter dem Krantor.

Ein altes imposantes Schiff mit dem Krantor im Hintergrund.

Es gibt viel zu sehen und so vergeht der Tag wie im Flug. Auf dem Rückweg kommen wir noch am Werftgelände vorbei.