April 2017 Nepal    -  Indien




                      

 

 

Samstag   den O1.04.

Durch  Moder und Matsch muss ich ehe ich endlich auf der Ausfallstraße bin. An der nächsten Wasserstelle reinige ich erstmal das Rad und die tiefhängenden Vorderradtaschen. Bei Tageskilometer 37 kommt der Abzweig nach Kathmandu, es  geht langsam aber sicher in die Berge und zur Mutter Natur.

 

 

Ein  Reiseradler Paar aus Ungarn kommt mir entgegen. Wir tauschen Informationen   über die Strecke aus und unsere Visitenkarten. Die Beiden sind seit letztem   Jahr unterwegs von Ungarn nach Vietnam, wenn ich das richtig verstanden habe.  Sie haben auch einen Blog: www2bikepackerz.com wer Lust hat kann ja   mal reinschauen.

 

Ich fühle mich wieder in meinem Element, die Menschen grüßen freundlich und das Pedalen macht Spaß.

 

Die Damen   vom Wasserballett

 

Der Mann   muss die Drecksarbeit machen

 

 

Die gute   Straße führt meist in Sichtweite des Flusslaufes einher. Viele Brücken   passiere ich und etliche seichte Bachläufe. Um 14:00 Uhr habe ich mein Ziel   für heute den Ort Kalamalai erreicht. Im Hotel Gadhidarba hat man noch   ein Zimmer für mich. Die Welt ist wieder in Ordnung in Nepal, doch nach   Janakpur bringen mich keine zehn Pferde mehr hin.

 

 

Nach dem  ich den Report geschrieben habe check ich meine E-Mails und habe vom Bruder   meines ehemaligen Arbeitskollegen Udo eine Nachricht im Briefkasten. Claus   Konschak, der ein Nepalkenner ist, lebt in der Schweiz und er hält sich   mehrfach im Jahr in Nepal und Tibet auf. Er weiß von meinem Wunsch mit dem   Rad durch Tibet zu reisen, das 2011 nicht möglich war. Er schreibt:

 

Hallo  Walter wie ich von meinen Freund Bijaya aus Kathmandu höre lässt das   Chinesisches Büro für Migration im Moment Einzelreisende nach Tibet   einreisen. Das wäre doch was für dich. Grüße aus der Schweiz, in zwei Monaten   bin ich auch wieder in   Nepal.                                          Namaste, Claus

 

Also werfe   ich alle Pläne über Bord und werde von Kathmandu nach Lhasa pedalen. Die beste   Reisezeit für Tibet ist von April bis Oktober, das passt auch noch, alles   andere bekomme ich schon geregelt. Ich halte Euch auf dem Laufenden.

 

Tagesdaten:   74 Km / 6:00 Std.Fz./ 821m Anstieg

 

 

 

 

Sonntag   den 02.04 

Der Tag  beginnt so wie es sein Name verspricht, sonnig. Ihren Aufgang kann ich durch   das geöffnete Fenster meines Zimmers bei einem heißen Kaffee und leckeren   Müsli beobachten.

 

Heute   Morgen starte ich von 580 Meter über Meereshöhe und will noch hoch hinaus. Es   geht auch ohne Umschweife direkt zur Sache. Bestens gelaunt und hoch   motiviert pedale ich den Berg hoch.

 

Terrassen   Anbau

 

Das Schild  des B.P.Highways steht bei genau 1000m Höhe

 

Kompliment   an die Straßenbauer der H06, die Strecke kann noch ein alter Mann mit   schwerem Gepäck mit Hochgenuss hochkurbeln. Eine Pause muss sein und so packe   ich nach knapp drei Stunden den Proviant aus. Nach einer halben Stunde Rast   geht es weiter und immer weiter nach Oben. Bei 1315m ist die Passhöhe   erreicht.

 

 

Letzter Blick in das Tal aus dem ich komme, bevor die Straße hinunter ins nächste Tal   führt. Wieder über unzählige Serpentinen rolle ich den Berg hinab und genieße   die immer neu sich auf tuenden Ausblicke.

 

Schon fast   im Tal

 

Um  13:15Uhr erreiche ich den Ort Khurkot und ich finde ein neugebautes   Guestehouse was mir gefällt. Das ansprechende Äußere setzt sich auch im   Inneren und in den Zimmern fort. So wie gestern will der Wirt 1500,-Nepalis   haben aber auch hier kann ich ihn auf 1000,- runterhandeln. Später gehe   ich in den Ort kaufe Obst und Eier ein, trinke auf der Terrasse einer   Gaststätte ein Bier und kann von dort die ganze Straße überschauen, denn   Leute beobachten ist schon spannend. Dann mache ich mich auf den Rückweg. Es   hat sich zugezogen und aus der Ferne ist schon Gewittergrollen zu hören.

 

Vom Dach   meiner Unterkunft mache ich das Bild.  Auf der linken Seite den Fluss   entlang geht es Morgen weiter.

 

Die   meisten von den Lesern werde sicher gemerkt haben dass ich sie gestern in den   April schicken wollte. Im Grunde genommen war das ein Wunschdenken von mir   und wenn ich übermorgen nach Kathmandu komme und ich könnte alleine Tibet   bereisen, würde ich es Machen.

 

Tagesdaten:   41Km / 4:35Std Fz. / 978m Anstieg / 1015m Abstieg

 

 

 

Montag den   03.04.

Gerade  habe ich mir die Seele aus dem Leib gekotzt und bin froh dass alles raus ist.   Das war das Mittagessen, da war wohl etwas nicht mit in Ordnung. Jetzt ist   mir kalt, aber dagegen kann man was tun. Wollsocken und Weste angezogen und    in das Inlett geschlüpft und schon ist es besser.

 

Ich sitze   auf dem Bett in einem kleinen Zimmerchen im  Mountain Hotel unter dem   Moskitonetz und tippe den Text ins Schreibprogramm. Auch noch auf 1516m    Höhe sind die lästigen Quälgeister noch aktiv. Aber fangen wir doch mal   von vorne an.

 

Auch heute   beginnt der Tag mit einem Bilderbuchwetter und ich bin schon früh auf der   Straße. Das wird ein besonderer Tag das merke ich schnell. Das Garmin hängt   in der Luft weil der B.P. Highway erst ein paar Jahre fertig ist.  Nach   ein paar Km kommt eine Vollsperrung der Straße und der Verkehr wird über eine   Piste steil hoch in die Berge geleitet. Ich riskiere es weiter auf der H06 zu   bleiben denn mit dem Fahrrad kommt man fast überall durch.

 

 

Die   Fahrbahn ist einfach in den Fluss gerutscht, aber hat mir noch einen schmalen   Streifen stehen gelassen wo ich mein Rad entlang schieben kann. Als Nächstes   versperrt ein Erdrutsch die Straße aber auch das ist kein Problem für mich.

 

Die Route   verläuft immer den Fluss entlang mal hoch oben und dann wieder zum Überqueren   der Nebenflüsse, im Tal unten.

 

Später   knickt der Highway nach Westen ab und schlängelt sich jetzt kontinuierlich   hoch.

 

Noch ist   es ruhig auf dem Highway

 

Mittags   Pause mache ich an einem pik sauberen Lokal wo ich mein Lieblingsgericht   Hakka Noodles bekomme. Außer das die sehr scharf waren hat es mir gut   geschmeckt. Auch eine halbe Stunde Gewitterregen bekomme ich ab. Umso näher   ich der Hauptstadt Kathmandu komme umso dichter wird der Verkehr. Ein Bus   fährt immer näher an den Straßenrand und scheidet mir den Weg ab. Neben   Straßenrand kommt eine betonierte tiefe Rinne und ich kann nicht   ausweichen.Mit der flachen Hand schlage ich auf die Seitenwand vom Busses und   brülle. Jetzt lenkt er nach rechts und es geht noch so grade mal gut. Da bin   ich froh als ich das Schild vom Mountain Resort Hotel sehe. Von hier sind es   Morgen noch knapp 50 Km bis Kathmandu.

 

Tagesdaten:   75km / 7:50 Std in Fahrt / 1671m Anstieg und 695 Abstieg

 

 

 

Dienstag   den 04.04.17

Bis sieben   Uhr habe ich durchgeschlafen und fühle mich recht gut nur keinen richtigen   Appetit habe ich. So belasse ich es bei zwei Scheiben Weißbrot und einer   Tasse Kaffee, danach bepacke ich mein Norwid und auf geht’s.   Die   Straße verläuft immer dem Hang folgend und steigt nur noch auf 1592m an um   mich dann runter zur Stadt Dhulikhel zu führen. Hier loggt sich „Gott und   Ingo sei Dank“ auch das Garmin wieder ein was die Fahrt durch die Großstadt   später vereinfachen wird.

 

So hatte   ich mir das Kathmandu Valley vorgestellt und auf alten Fotos gesehen

 

So sieht   die Wirklichkeit aus, eine Dunst und Staub Glocke hängt meist über der Stadt.

 

Die   Hauptstadt von Nepal liegt auf 1350m in einem Talkessel von ca. 30 Kilometer   Durchmesser und hat eine Millionen Einwohner. Bis 1948 war Nepal unerforschtes   Gebiet den es durften unter Androhung der Todesstrafe keine Ausländer, außer   Inder, das Land betreten. Bis in die 1950 Jahre wurden Mangels einer   Straßenverbindung alle Güter nach Kathmandu getragen, wie auch die ersten   Automobile wie z B. der Rolls Royce des damaligen Königs.

 

 

Es ist   Mittagszeit und ich habe das Hotel Blue Horizon im Stadtteil Thamel gefunden.   Die Füße hochlegen und ein kühles Bier das habe ich mir verdient. Das Zimmer   ist groß hat Fenster, ein großes Bad und Free Wifi und das alles für 39,-US$   für drei Übernachtungen.

 

Am   Nachmittag schaue ich mir ein wenig die Umgebung an. Alle namhaften Firmen im   Outdoor Geschäft haben hier große Läden. Hier bekommst du alles vom A wie   Anorak bis Z wie Zelt. Morgen schaue ich mal wie es mir und meinem Darm geht,   dann mache ich erst Pläne.

 

Tagesdaten:   42 Km / 3:20 Std.in Fahrt / 328m Anstieg

 

 

 

Mittwoch   den 05.04.

Nach dem   bescheidenen Frühstück mangels Appetit, hänge ich die Wäsche auf die ich   gestern schon eigesetzt habe. An der Rezeption bekomme ich einen Stadtplan   und die freundliche Dame zeichnet mir den Supermarkt ein den ich suche um   nötige Lebensmittel einzukaufen. Aber so einfach ist das auch nicht.

 

Vor lauter   Bäumen sieht man den Wald nicht mehr

 

Letztendlich   werde ich fündig und kaufe alles ein, besonders freue ich mich über den   hiesigen Hartkäse den ich hier bekomme. Wasser muss ich auch genügend   mitnehmen denn das Leitungswasser ist nicht genießbar, auch abgekocht   schmecken der Kaffee und der Tee damit nicht.

Info: Für Einkäufe habe ich einen   leichten Rucksack dabei, wenn er nicht gebraucht wird passt er fast in die   Hosentasche.

Nach dem   ich die Schätze ins Hotel getragen habe will ich mir die Swayambunath Stupa   anschauen. Die Tempelanlage liegt ca. 4 Km westlich vom Hotel wo ich   residiere. Der Weg führt quer durch Thamel über den Fluss Bishnumati was man   eher als Abwasserkanal bezeichnen kann, nach der Farbe und dem Geruch zu   urteilen. Auf einem Nebenweg komme ich an einem kleinen Tempel. Ich ziehe die   Schuhe aus und betrete die Anlage.

 

 

 

Ein Ort   der Ruhe in den ich eintauche ein schönes Gefühl, wenn man aus dem Getümmel   der Stadt kommt. Ein älterer Mann steht vor einem der Altäre und singt ein   Gebet. Ich setze mich hin und höre zu auch wenn ich kein Wort verstehe.

Von hier   aus kann man schon den mächtigen Stupa sehen die oben auf dem Hügel thront.   An dem Warenangebot der Verkaufsstände kann man sehen das man sich der Stupa   nähert. Es geht steil die Stufen empor und da merke ich, dass ich nicht ganz   auf dem Damm bin.

 

    

Etliche   steile Stufen muss man hoch                                                      Die Nebengebäude   der Stupa wurden beim   letzten                                                                                                      Erdbeben stark beschädigt und werden gerade

                                                                                                                 Restauriert.

 

Der   Gläubige umrundet im Uhrzeigersinn den Stupa und dreht die Gebetsmühlen

 

         

Von hier   oben hat man einen   schönen                                  Die Stufen hinunter bringen einen zurück

Blick auf   die   Stadt                                                                 in den Staub und Lärm der   Stadt.

 

In der   Altstadt kann man wenn man Glück hat und sie findet, noch ein paar   Häuserzeilen mit der alten Bebauung sehen. Die Häuser mit den Holzbalkonen,   die mit Schnitzereien verzierte Fenster und Türen, werden wohl bald   verschwunden sein.

 

Am Abend   gehe ich mal Essen mal schauen was mein Magen du zu sagt. Ich lasse ihn   aussuchen und er hat sich für ein Zwiebelsteak entschieden. Der muss ja   wissen was er macht.

 

 

 

Donnerstag   den 06.04.

Sage ich   ja immer: Man soll auf seinen Körper hören denn es geht mir heute Morgen   wieder ausgezeichnet. An der Hotelrezeption buche ich noch eine Nacht nach,   so dass der Start zur nächsten Etappe nach Pokhara feststeht, Samstag   den 08.04.

Da ich für   heute noch mir noch zwei Sehenswürdigkeiten anschauen möchte, bestellt der   Portier ein Taxi das sein Bruder fährt. Vorne neben ihm sitzt sein 87Jähriger   Vater, sozusagen ein Familienausflug. Die Fahrt soll zur Stupa von Botnath   gehen, aber kurz hinter der Dahabi Khola geht nichts mehr. Nach dem das   Taxi eine viertel Stunde steht, keinen Meter mehr vorangekommen ist,   bezahle ich und gehe die letzten Kilometer zu Fuß.

 

Zwanzig   Minuten später stehe ich vor dem Eingang, bezahle 250,-NPR und stehe vor dem   gewaltigen Stupa.

 

Ein   beeindruckendes Bauwerk das rund um von Häusern, Shops, Restaurants, und   manch anderen Läden umgeben ist.

 

Zum Weißen   der Stupa Kuppel schüttet man mit gekonnten Schwung die Farbe gleich   Eimerweise von oben aus. Geht auch schneller als mit dem Pinsel.

 

 

Nun stelle   ich das Navi auf meinem nächsten Ziel ein und wandere los. Der Pashupati   Plaza den ich bald erreiche ist schwer getroffen worden beim letzten   Erdbeben. Bei der verheerenden Naturkatastrophe im April 2015 kamen 9000   Menschen ums Leben und viele Verletzte waren zu beklagen.

 

Wer wissen   will wie dieser Platz vor dem Beben ausgesehen hat einfach bei Google   Kathmandu- Nepal eingeben.

 

Menschen

 

Auf dem   Rückweg komme ich an einem kleinen Tempel vorbei wo gerade ein Blutopfer   dargebracht wird. Einer lebendigen Ziege wir der Kopf abgeschnitten, der   mit Blut und einem Stück vom Fell als Opfer dargebracht wird.

 

 

Über die   Straße der Schnitzer, die noch die verzierten Türen und Fenster herstellen   komme ich wieder zurück nach Thamel.

 

 

Am Abend   gehe ich auf ein Bier in „ Sams Bar“ die einer Österreicherin gehört.   Hier treffen sich nette Leute und man bekommt kühle Drinks gegen den   Durst und gute Musik für die Ohren. Auch ein Tipp von Claus, an den die   Chefin sich gut erinnert, Claus trinkt immer Gin Tonic sagt sie zu mir.

 

 

 

 

Freitag   den 07.04.

Heute wäre   ich gerne Kegeln gegangen, aber hinterher noch ein Taxi nach Kathmandu zu   bekommen, ist schwer. Also meine Brüder des Kegelns ein Dreifaches: Gut Holz,   gut Holz, gut Holz

 

 

Der King   muss sich genau wie ich erst mal mit einer Aussicht auf den Mount Everest von   einer Postkarte zufrieden geben. Heute ist es leicht bewölkt und es hat sogar   ein paar Tropfen geregnet.

Also   verbringe ich den Tag mit Lesen, Spaziergängen und nutze diese um noch die   letzten Sachen ein zu kaufen. Eine Short zum Pedalen habe ich mir zu gelegt   die ich mir mit Gabi in Windhoek gekauft habe ist mir zu weit. Aber da kann   ich ja wieder reinwachsen wenn ich zu Hause bin.

 

Souvenir, Souvenir

 

Es wird   auch wiedermal Zeit für einen Tapetenwechsel denn erst mal habe ich genug von   der staubigen Stadt, der Tempel und dem Verkaufsrummel.

 

 

 

 

Samstag   den 08.04.

Wenn ich   ein Sänger wäre würde ich jetzt singen: So ein Tag so wunderschön wie   heute … Und dabei fing der Tag gar nicht so gut an.

In der   Nacht hatte es geregnet und auf den nicht asphaltierten Straßen kann ich   Slalom fahren um Pfützen und Schlammlöscher. Reger Verkehr bis zum absoluten   Stillstand, wo ich auch als Fahrradfahrer nicht durchkomme.

 

Ein Altar   halb auf der Fahrbahn

 

Mit welch   einer Gelassenheit die Menschen das hier täglich ertragen, kann man nur   bewundern. Die Luftverschmutzung, die Abwässer und die Müllentsorgung sind   die offensichtlichen Probleme die schnellsten gelöst werden müssen. Nicht für   die Touristen, die meist nur ein paar Tage bleiben, nein sondern für die   Menschen die hier leben.

Um kurz   vor neun Uhr, zwei Stunden nach dem Start in Thamel, habe ich auch den   letzten Vorort Thankot hinter mir gelassen, wo ich nach einem kurzen Anstieg   auf 1482 m die Passhöhe erreiche. Eine steile Serpentinen Abfahrt ist von   Oben zu erkennen und eine Blechlawine quält sich durch das Tal.

Da habe   ich gar nicht mit gerechnet und plötzlich nach der ersten Kurve sind sie   nicht zu übersehen, die weißen Berge.

 

Ein   wunderschönes Himalaya Panorama

 

Bei Tages   Km 30 zweigt eine Straße nach Süden ab und der Verkehr beruhigt sich.    Die gute ausgebaute Straße verläuft jetzt mit einem Bach talwärts. Mal pedale   ich am Bach entlang, dann wiederum sehe ich ihn nur noch als Rinnsal so hoch   verläuft die Straße nun. Auf einer Höhe von 588m finde ich einen schönen   Platz, unter einem Baum um eine Pause einzulegen.

 

Tee Pause   mit Aussicht (natürlich mit Tee aus Darjeeling)

 

Weiter   geht es nach einer halben Stunde und der Bach wird langsam zum Fluss.

 

 

Hier   feiert man das Chinesische Neujahrsfest

 

Viele   Rafting Camps sind jetzt zu sehen wo die Wassersportler auf ihre Kosten   kommen.

 

Da hinter   jedem Bogen den der Fluss macht, sich wieder Neues auftut vergeht die Zeit   wie im Fluge und um 16:30 Uhr sehe ich ein Gasthouse das mir zusagt. Hier   bekomme ich ein Essen zutrinken und ein Zimmer. „Nee watt jeedet mich doch   jood“. Ich freue mich schon auf den morgigen Tag.

 

Tagesdaten:   105 Km / 7:40 Std. in Fahrt / 1024m Anstieg und 2007m Abstieg / Aktuelle   Höhe:350m ü.NN.

 

 

 

Sonntag   den 09.04.17

Gerademal   bin ich los geradelt da merke ich etwas fehlt was, denn mein Gepäck ist so   leicht. Da fällt es mir ein mein Kabelschloss 500 g habe ich liegengelassen.   Also zurück und Neustart. Zuerst hatte ich geplant bis nach Gorkha (ein geschichtsträchtiger   Ort in Nepal) hoch zu pedalen, aber gestern hatte ich gelesen das dort auch   gewaltige Schäden durch das Erdbeben entstanden sind. Plan B ist das Bergdorf   BANDIPUR das noch nicht mal auf meiner Karte eingezeichnet ist. Aber irgendwo   habe ich gelesen das es sehr schön sein muss.

 

Der Ort   Mugling,einer der saubersten Orte die ich bis dahin in Nepal gesehen habe,   ist ein Verkehrsknotenpunkt. Mein Weg führt gerade aus, über eine Brücke und   dann einen Fluss entlang aber Bergauf.

 

Da sind   sie wieder die Bergriesen und sie werden mich den ganzen Tag über begleiten.

 

Noch   Pedale ich am Fluss entlang doch hinter dem Ort Dumre kommt der Abzweig zum   Bergdorf.

 

36 Km und   350m aktuelle Höhe zeigt mein Tacho an. Im Ort hatte ich ein Schild gelesen   8Km bis Bandipur. Ein Torbogen überspannt das schmale einspurige   Sträßchen und ich pedale die ersten Serpentinen hoch.

 

Eben bin   ich an dem Fluss entlang geradelt und nun ein Luftbild von ihm. Hier ahne ich   schon das wird ein hartes Stück Arbeit.

 

Die ersten   Häuser sind schon zu sehen

 

Das sind   die Momente wo ich denke ein Mitfahrer oder Fahrerin hätten mich sicher schon   verwünscht (außer die Bergziege Gabi). So quäle ich mich die letzten   Kilometer meist schiebend den Berg hoch. Dann noch eine Unterkunft suchen um   den Preis feilschen, dabei bin ich doch Fix und Foxi. 14:45 Uhr ist es und   ich buche zwei Nächte im Hotel Magar Village.

 

Ein   mächtiger Baum vor der Unterkunft

 

Tagesdaten:    45Km / 5:15Std in Fahrt / 1140m Anstieg und 406m Abstieg

 

 

 

Montag den   10.04.2017 Besichtigung Bandipur

Nach   chinesischem Kalender ist heute der 28.12. 2073 und am Freitag ist Neujahr.

Als ich   den Stecker vom Wasserkocher in die Steckdose stecke merke ich es ist kein   Strom da. Da ich ja jetzt Gas habe ist das kein Problem und bald steht der   dampfende Kaffee vor mir. Nach dem Frühstück noch das Radler Dress, welches   ich gestern noch gewaschen und eingeweicht habe, auf die Wäscheleine hängen   und die niedrigen Arbeiten sind erledigt. Jetzt gehe ich ins Dorf das ca.   acht Gehminuten entfernt liegt.

 

Auf dem   Weg zum Dorf

 

Bandipur   war von Früher her schon ein bedeutender Marktflecken auf der   Handelsroute von Nepal nach Tibet. Das Dorf wurde vor Jahren im Zuge eines   Tourismus Projekts aufwendig restauriert. So wie ich es beurteilen kann, ist   dies gut gelungen und das Dorf hat seine Ursprünglichkeit dabei nicht   eingebüßt. Das Dorf ist fahrzeugfrei, die Wege sind gepflastert und die   Menschen die hier leben profitieren davon.

 

      

Eine der   zahlreichen Gassen                                                    Kleiner Tempel welche man fast auf jeder   Straße findet

 

Da ich   immer nach Höherem strebe, wandere ich bis zum Aussichtspunkt und habe so   einen schönen Blick auf das Dorf und Umgebung. Die weißen Riesen sind heute   nur schemenhaft zu erkennen.

Am   Nachmittag als das Licht wieder weicher ist mache ich noch ein paar Fotos

 

Blick auf   Bandipur

 

Dorfleben

 

Morgen   werde ich versuchen Pokhara zu erreichen. 75 Km hügelig das müsst machbar   sein.“ Zum Thema machbar“ Heute habe ich im www.rad-forum.de gelesen:

Abstecher   auf dieser Strecke nach Bandipur ist auch sehr schön. Aber mit Gepäck nicht   zu schaffen. Kein Problem nen Jeep oder Bus. Vom Highway KTM-PKH gehts so ca.   7 KM steil bergauf. Sehr schönes kleines Dörfchen.

Stefan

 

Wie sage   ich immer.. "einfach kann jeder".

 

 

 

Dienstag   den 11.04.17

 

 

Zur besten   Happy Hour und Selfie Zeit bin ich in Pokhara am Fewa See. Ein wirklich   schöner Ort zum Entspannen und man könnte meinen man ist im Hochsommer am   Bodensee und nicht in Nepal. Ich habe mir in einem Gartenrestaurant einen   Platz gesucht mit Blick auf den See und auf die Leute die vorbeiziehen.

 

und hier   muss jeder vorbei. Ist fast wie im großen Kino.

 

Mit meinem   zwei Gang Menü: Supp Himalaya und anschließend Mo:Mo eine Nepalesische   Spezialität, lasse ich den Tag ausklingen.

Das hätte   ich mir heute Morgen, als ich um 6:30 im Bergdorf Bandipur startete, auch   nicht vorgestellt, das der Tag so schön endet.

Zuerst   geht es in rasanter Abfahrt  8 Km runter bis zum Highway.

 

Das Tor   nach Bandipur. Ich kann diesen Ort nur empfehlen er lohnt die Mühen.

 

Die   Strecke bis Pokhara ist sehr abwechslungsreich und nie langweilig. Es geht   mehrfach rauf und runter aber alles gut zu fahren mit dem Velo. Hier stelle   ich fest das ich nicht in den ersten Gang schalten kann. Da muß ich in   Pokhara nach schauen.

 

 

Viele   dieser Reisfelder sehe ich Unterwegs

 

Um 14:00   Uhr bin ich mitten in Pokhara und mein Magen zwingt mich zu einer   Mittagspause, die aber so was von notwendig ist. Nach einem einem guten Essen   und fast zwei Liter kühlen Getränken nehme ich die letzten zwei Kilometer   unter die Räder und stehe bald mitten in der Großstadt in dem gepflegten   Garten des New Futura Way Guesthouse, was ich über Booking.com gebucht habe.

 

Genau   gerade aus im EG ist mein Zimmer.

 

Groß   sauber und alles funktioniert sogar warmes Wasser gibt es hier und das   Internet ist auch vom Feinsten. Nach dem ich mein Zimmer bezogen und geduscht   habe, mache ich mich auf den Weg zum See der zu Fuß in ein paar Minuten zu   erreichen ist.

 

Tagesdaten:    79 Km / 6:55 Std. in Fahrt / 1008 m Anstieg und 1174m Abstieg mussten   bewältigt werden.

 

 

 

Kleine   Geschichte am Rande: Die Maus   das Brot und die Banane

Gesten   Morgen, ich habe gerade gefrühstückt und packe meine sieben Sachen zusammen.   Aber wo ist das Brot? Das lag gestern Abend noch in einem Ortliebbeutel   verpackt auf dem Tisch. Unter dem Bett werde ich fündig. Der Beutel ist   angenagt, aufgerissen und eine Scheibe Brot liegt daneben. Am Vortag hatte   ich mich schon gewundert, dass nur eine Banane noch auf dem Tisch lag und ich   hätte schwören können zwei fürs Müsli rausgelegt zu haben. Die Bananenschale   finde ich natürlich auch unter dem Bett.

 

Mittwoch   den 12.04.

Nach dem   Frühstück nehme ich mir das Rad vor. Um zu sehen warum der erste Gang nicht   mehr reingeht und die Schaltung so schwergängig ist, demontier ich die   Schaltbox. Das Zugseil ist ausgefranst und hängt nur noch an dem berühmten   „seidenen Faden“. Da alle Züge vor der Tour erneuert worden sind habe ich   auch keinen Ersatz mit. Jetzt ist guter Rat teuer. Das am Stadtrand gelegene   gute und moderne Fahrradgeschäft kann mir da auch nicht helfen, weil sie so   eine Schaltung noch nicht gesehen haben. Die Schaltung haben wir auf den 5 Gang   eigestellt.so das ich fahren kann. Um in einen anderen Gang zu schalten muss   ich die Schaltbox öffnen und mit dem Schraubenschlüssel manuell schalten.   Zurück im Hotel rufe ich die Web Seite von Rohloff auf und finde eine   Beschreibung mit Video wie die Züge auszutauschen sind. Damit fahre ich   wieder zurück mit der Ungewissheit ob ein normales Zugseil passen wird. Ja es   passt und gemeinsam schaffen wir die beiden Zugseile zu erneuern. Das müsste   man bis Deutschland gehört haben, wie mir ein Stein vom Herzen gefallen ist.   Der Indische Superreifen der laut Verkäufer mindestens fünf Jahre halten   sollte, hat die Beulenpest und ist auch schon ein Stück eingerissen. Den habe   ich genau 384Km gefahren und solange ist auch der genähte Reifen drauf der   noch hält. Den Mountainbike - Reifen den der Chef empfiehlt lasse ich noch   Montieren. Der Reifen, die zwei Züge und Montage haben mich ca. 20,- Euro   gekostet.

 

„Der   Radladen“ auf der Hauptstraße von Pokhara Richtung Kathmandu auf der linken   Seite

 Kompetente   Mitarbeiter die jetzt auch Erfahrung mit Rohloff Schaltzügen haben.

 

 

Aus der   Rückfahrt zum Hotel treffe ich Jan van den Berg aus den Niederlanden. Auch er   ist ein Long Distanz Biker und auch schon eine Weile unterwegs. Wir quatschen   uns fest und tauschen Erfahrungen aus. Nach einer guten Stunde verabschieden   wir uns, wer weiß vielleicht kreuzen sich nochmal unsere Wege. Ich schaffe   gerade noch einen Spaziergang am See entlang bevor es dunkel wird.

 

Ich fühle   mich leicht ums Herz nach dem mein Rad wieder in Ordnung ist.

 

 

 

Donnerstag   den 13.04.17 das ist der 31.12.2073 nach Chinesischen Kalender

Heute   mache ich mich mit dem Rad auf, um den Devils Wasserfall anzuschauen.

     

Wenn ich   diesen Silvester nach   unserm                                    Devils Fal

Kalender   feiere kann ich sagen „Wiederholung“

 

Der Devils   Fall ist anders als ein normaler Wasserfall von denen ich schon sehr viele   gesehen habe. Meist ist es so, dass ein Fluss über eine Felskante in die   Tiefe stürzt und unten weiter fließt.  Das ist hier auch so, nur das   Wasser stürzt in ein schwarzes Loch und verschwindet im Erdboden.

 

German   Bike vor German Bakery

 

Auf dem   Rückweg zur Stadt kaufe ich noch Brot in der German Bakery ein, nicht zu   vergleichen mit unserem Brot. Dann kann ich folgende Dinge erledigen oder   einkaufen und auf meiner Liste abhaken. Gepäckträgerbügel hinten schweißen,   Isolierband, Gaskartusche, Nagelbürste, Putzlappen, Frisörbesuch, und Bargeld   abheben. Das reicht doch wohl für einen normalen Urlaubstag.

 

 

Aber für   einen Spaziergang am See entlang bleit immer noch Zeit. Am späten Nachmittag,   zur blauen Stunde, komme ich dazu mal nichts zu tun und die Seele baumeln   lassen.  Im Vergleich mit Kathmandu schneidet Pokhara bei mir wesentlich   besser ab. Bessere Luft, mehr Natur und überall asphaltierte Straßen. Auch   das Müllproblem hat die Stadt hier besser im Griff.

 

Eine   Haarpracht

 

Am späten   Nachmittag versuchen auch die Petri Jünger ihr Glück. Damit sind nicht die   Fans von Wolfgang Petry mit gemeint, sondern Angler.

 

Heute gehe   ich früh ins Bett den Morgen um 4:30 Uhr kommt ein Taxi und bringt mich zum Sunrise   Point Sarangkot auf 1592m. Mit etwas Glück kann ich den   Annapurna und das grandiose Himalaya Panorama sehen. Also drückt mir   die Daumen.!!!!!!!

 

 

 

Freitag   den 14.04.

Drei Uhr   dreißig klingelt der Wecker. Lieber stehe ich früher auf damit ich noch in   Ruhe Frühstücken kann. Pünktlich um halb fünf bin ich fertig nur wer nicht   kommt ist der Taxifahrer. Kurz vor fünf kommt Nick und sein Studienkollege   Philipp, sie hatten gestern wohl auch ein Taxi gebucht. Zu ihnen hatte man   gesagt 4Uhr45 kommt das Taxi. Als um Fünf ein anderes Taxi vorgefahren kommt   handelt Nick mit dem Fahrer den Preis aus und endlich kann es losgehen. Der   Sunrise Point liegt auf fast 1600m Die letzten Meter geht es über Stufen hoch   wo schon eine Schaar von Sonnenanbeter da ist nur die Sonne nicht. Die hängt   hinter einer dicken Dunstschicht. Auch vom vielgepriesenen Himalaya Panorama   ist nichts zusehen.

 

Wie man   sieht, sieht man nichts

 

 

Philipp   (vorne) aus Frankfurt und Nick aus Krefeld Uerdingen tragen es mit Fassung   und lassen sich, nach dem wir noch zusammen gefrühstückt haben, noch ein   Stück weiterfahren um noch eine Tageswanderung zu machen. Ich wandere zurück   nach Pokhara habe ein paar schöne aber auch diesige Aussichten auf den See.   Das letzte Stück geht über einen Trampelpfad und endet direkt in der Stadt.   Nach genau zwei Stunden Wanderung erreiche ich das Hotel.

 

Im   Landeanflug auf Pokhara

 

Nach dem   ich mein Rad gewartet die Planung der zweiten Etappe durch Indien mit Google   Maps fertig habe, relaxe ich noch was am See. Gerade habe ich die letzten   frischen Lebensmittel eingekauft da zieht ein Gewitter auf und es beginnt zu   regnet.

Bisher war   es so, dass ich nach einem Regen klare Sicht hatte. Vielleicht ist es ja   Morgen auch so. „Inschallah“ so Gott will.

 

 

Morgen   pedale ich über die Zentralnepalesische Bergkette ins Bergdorf Waling

 

 

 

Samstag   den 15.04.17

Meiner   Familie, den Freunden und allen die mich virtuell auf meiner Reise begleiten   wünsche ich ein frohes Osterfest.

 

Gestern   Abend konnte ich mich noch von Nick verabschieden, ein sympathischer   junger Mann der sicher seinen Weg machen wird. Die Beiden hatten zwar   einen schönen Wandertag aber die Sicht war auch nicht besser.

Der Ort   Pokhara ist ein schöner Platz um zu entspannen sich auszuruhen und mal Fünfe   gerade sein lassen. Was ich in schlechter Erinnerung behalten werde ist, dass   viele Verkäufer, Kassierer und Händler es als Sport ansehen Touristen übers   Ohr zu hauen. Das ist keine gute Entwicklung und es trübt die gute Stimmung   die hier herrscht.

Den   Ostersamstagsausflug mit dem Rad nach Waling beginne ich schon in aller   Frühe, denn da ist noch kaum Verkehr auf der Straße. Hinter dem Devils Fall   geht es ohne Umschweife direkt zur Sache. Die zwei spurige H10 schlängelt   sich an der Bergflanke in zahlreichen Kurven nach Oben. Ein Mountain Biker   mit Camelbak auf dem Rücken ist so verdutzt als ich ihn überhole das er   stoppt und nach seiner Schaltung schaut.

 

Blick   zurück, leider ist der nicht besser als Gestern

 

Nach 17 km   bergauf Pedalen habe ich die Passhöhe 1165m erreicht. Ich ziehe mir eine   Weste über den es geht erstmal runter in ein neues Tal.

 

Ins neue   Tal

 

Heute   scheint Waschtag zu sein

 

Es ist   eine landschaftlich sehr schöne Strecke, mit vielen Dörfern und kleinen   Tempeln. Doch auch die Straße die jetzt meist auf 1000m verläuft ist nicht   ohne. Viele ausgesetzte Stücke und Schlaglöcher fordert meine volle   Aufmerksamkeit.

 

 

Fast jedes   Dorf hat einen Tempel

 

Es geht   nach einem kurzen Anstieg weiter den Fluss entlang runter nach Waling. Der   Ort liegt auf 787m und im Hotel Greenland bekomme ich für 700,-NPR ein   sauberes Zimmer und am Abend ein gutes Essen.

 

Nach dem   ich mir den Staub der Straße vom Körper gewaschen habe, schaue ich mir die   Stadt an. Hier bleibt kaum ein Tourist hängen und so werde ich oft   angesprochen. Wo kommst du her? Wohin gehst du? Das sind die Standard Fragen.   Morgen gehts weiter Richtung Tansen.

 

Warten auf   Kundschaft

 

Tagesdaten:   65 Km / 5:40 Std. in Fahrt / 836m Anstieg und 910m Abstieg

 

 

 

Sonntag   den 16.04.17.

Das war   heute ein Rad Tag mit dem Prädikat „Bei nicht gefallen Geld zurück“.   Im Hotel Bandatika was ein paar hundert Meter unterhalb von Tansen liegt,   bekomme ich für 800,-NPR ein super schönes Zimmer. Im Vergleich zu Gestern   liegen da Welten zwischen.

 

 

Das Bad   hat keine Fliesen und kein Waschbecken   Einfaches Zimmer mit Fenster   zum Flur

aber schon   eine Sitztoilette

 

Das habe   ich aber schon oft erlebt das die Qualität der Unterkünfte sehr weit   auseinanderliegen, der Preis aber nicht.

 

Der Tag   fängt auch heute bewölkt und diesig an, erst um 9Uhr 30 wird die Sonne es   geschafft haben die Oberhand zu gewinnen. Zuerst bleibt die Straße auf einer   Höhe von ca. 800 Meter aber später geht sie allmählich runter um bei 400 m   den Fluss zu überqueren. Von nun an geht es kontinuierlich hoch. Kurve um   Kurve, Serpentine um Serpentine schraubt sich die Bergstraße nach oben. Durch   enge Schluchten und vorbei an steilabfallenden Hängen mit Blick auf   Terrassenfelder.

 

 

 

Ab und zu   halte ich inne und genieße einfach die Aussicht. Das versäumen die Leute die   hier mit dem Bus hoch brettern und dann in Pokhara sich ein Fast Foot   Abenteuer kaufen, wie Paragliding oder Rafting, das überall auf der Welt   schon angeboten wird.

 

Kostenlose   Aussicht

 

Oft wird   die Straße und Ihre Fahrzeuge hier auch als Dreschmaschine gebraucht. Das   Korn wird in Bündeln so auf die Fahrbahn gelegt, das die Fahrzeuge über die   Ähren fahren.

 

 

Immer   weiter geht es nach oben aber mit einer Steigung die ich gut im meist 1-3   Gang hoch Pedalen kann.

 

Da unten   bin ich eben noch gefahren.

 

Die   Passhöhe ist schon von Weiten zu erkennen und bei 1096m erreicht. Nun bleibt   die H10 auf der Höhe bis fünf Kilometer vor Tansen wo sie noch mal leicht   ansteigt.

 

Da will   ich Morgen hin

 

Ein paar   hundert Meter rolle ich Berg ab bis ich das Hotel Badadika sehe. Hier feiert   eine Hochzeitgesellschaft und ich will schon weiterfahren als mir der Chef   des Hauses zuwinkt ich solle doch reinkommen.  Sehr nettes und   zuvorkommendes Personal kümmert sich um mich, da fühle ich mich fast wie   zuhause.

Morgen   werde ich mir das Bethlehem der Buddhisten, den Maya Devi Temple in Lumbini   anschauen. Hier soll nach der Überlieferung die Wiege von Siddhartha   Gautamas, dem Gründer des Buddhismus gestanden haben.

 

Tagesdaten:   63Km / 6:10 Std in Fahrt / 1066m Anstieg und 859 Abstieg.

 

 

 

 

Montag den   17.04.2017 Der letzte   Tag in Nepal

Von der   Hochzeitsgesellschaft habe ich gestern Abend nichts mehr gesehen, schade da   hätte ich sicher ein paar bunte Bilder machen können.

Am Morgen   verabschiede ich mich von meinem Gastgeber, denn es war ein sehr angenehmer   Aufenthalt hier und rolle allein mit der Schwerkraft die ersten Km zu Tal.   Die Landschaft wird immer wilder, die Berge schroffer, die Schluchten tiefer.

 

 

Rechts im   oberen Drittel des Bildes verläuft die Straße

 

Leitplanken   gibt es nicht und da Linksverkehr herrscht radele ich am Abhang entlang. Es   geht hier einige hundert Meter runter. Eine Fahrfehler, so denke ich bei mir   und du liegst unten. Dann musst du das Rad und Gepäck wieder nach Oben   schleppen, das dauert ja mindestens einen Tag.

 

Umso   tiefer ich komme umso schlechter wird die Straße. Die ausgesetzten Stücke   werden größer als die Asphaltierten.

 

Die   Landschaft ist wild und zerklüftet und mitten drin thront der Siddha   Baba Hindu Tempel

 

Geduldig   warten die Gläubigen in einer langen Schlange vor dem Tempel Eingang bis sie   hineinkommen.

 

 

Das Tor in   die Berge.

 

Für mich   ist es umgekehrt. Ein paar Kilometer weiter und ich bin im mittleren   Terrain angekommen, wo es als erstes durch die Stadt Butwal geht. Die   scheint nur aus der vierspurigen Straße, mit rechts und links Bebauung zu   bestehen. Dazu kommt noch eine Baustelle die nicht mehr enden will. Auch das   Navi zeigt keine Karte mehr und nimmt auch keine eingegebenen Orte an. Ein   Hinweisschild nach Lumbini gerade aus, habe ich gesehen aber das war´s auch   schon. Der Verkehr wird immer dichter und da sehe ich das Schild „ Welcome to   India“ ich bin schon an der Grenze. Und wo ist Lumbini ?

 

 

Ich drehe   um denn heute will ich noch in Nepal übernachten.  Da sehe ich das   Schild über der Straße 24 Km bis Lumbini. Buddha wird sicher dafür   Verständnis haben das ich in der Mittagshitze nicht mehr die 24 Km zurück   fahre. So werde ich mir den Tempel später im Internet anschauen. Nach dem   dritten Versuch klappt es auch mit einem Hotel und ich bekomme ein schönes   helles Zimmer mit Bad. Nach einem kleinen Imbiss wasche ich das Rad Dress   aus, denn das trocknet bei der Hitze schnell. Am Späten Nachmittag werde ich   noch einen Spaziergang durch die Stadt machen.

 

Tagesdaten:   60 Km / 4:05 Std in Fahrt / 105m Anstieg und 922m Abstieg

 

 

 

RÜCKBLICK NEPAL

Nepal und   Kathmandu sind Namen die bei mir schon immer für ferne Welten und fremde   Kulturen standen. Kein Wunder denn bis 1948 war Nepal unerforschtes Gebiet.   Das hat sich mittlerweile geändert aber das Gefühl ist geblieben. Darum war   ich gespannt auf das Land in den Bergen. Einiges vom Land habe ich gesehen   habe viele Menschen kennengelernt. Die meisten von ihnen waren stolz und   ehrlich. Natur pur hat man wenn man wie ich durch das Land der weißen   Bergriesen kurbelt, mal abgesehen davon, dass die Backpacker auch hier   Kathmandu und Pokhara mittlerweile ihren Stempel aufgedrückt haben. Da das   Land nicht nur aus den beiden Städten besteht und ich sowie so anders reise   spielt das keine große Rolle. Alles in allem hat mir das Land, so groß wie   Österreich und die Schweiz zusammen, sehr gut gefallen. Kein Wunder da ich   mich in den Bergen immer wohlfühle.

 

 

 

 

 

Dienstag   den 18.04.  Zeiter Teil der Indienreise

Sechs Uhr   fünfzehn stehe ich an der Grenze und verlasse Nepal. Den Laufzettel   ausfüllen, Ausreisestempel in den Pass und weiter geht’s zur Indischen   Grenze. Alles passiert irgendwann zum ersten Mal, denn dort will eine junge   Zöllnerin genau wissen was in meinen Gepäcktaschen ist. Nachdem sie nach   der vierten Tasche immer noch keine Rauschmittel oder Maschinengewehre   gefunden hat, gibt sie auf und winkt mich durch. Ca. 1 km weiter ist dann   noch mal Passkontrolle und das übliche Laufzettel ausfüllen. Um Sieben sitze   ich endlich im Sattel und Pedale an der 10 Km langen LKW Schlange auf der   Gegenfahrbahn vorbei.

 

Der erste   Kilometerstein mit meinem heutigen Ziel Gorakhpur drauf

 

Abgesehen   von ein paar Baustellen ist die Straße gut und oft mit Seitensteifen für   Fahrräder. In den Ortschaften sind die Straßen durchweg schlecht, holprig und   verdreckt.

Die   Getreideernte ist im vollen Gange und Mähmaschinen sind jetzt häufig auf den   Fahrbahnen anzutreffen.

 

Hier ist   noch in Handarbeit geerntet worden

 

Heilige   Müllkühe

 

Wenn ich   sehe wie verwahrlost manche Tiere aussehen und im Müll nach Nahrung suchen,   dann frage ich mich ob die Kühe in den Alpen, die von ihren Besitzern zum Alm   Abtrieb gestriegelt und geschmückt werden, nicht höher geachtet werden als   diese Tiere hier.  

Um 1:30Uhr   pm pedale ich schon durch die Großstadt Gorakhpur, ein Verkehrsgetümmel   ohne gleichen. In Vietnam, wo ich sowas ja noch nicht kannte war ich   geschockt und bin erstmal durch Laos geradelt. Hier in Indien ist es   teilweise viel schlimmer aber man gewöhnt sich dran und schwimmt dann einfach   mit im Verkehrsstrom.

 

Verkehrsgetümmel

 

Wie es   sich gehört steige ich als Alterspräsident und Hüter des Kings, natürlich im   passenden Hotel ab.

 

 

Das Hotel Präsident   hat kein Free Wifi und meine Simcard von Westbengalen funktioniert nicht.   Jetzt bin ich im Bundesstadt Uttar Pradesh. Aber für Frau Anuradha vom   Vodafone Office gegenüber vom Hotel, ist das kein Problem und ich bekomme   innerhalb von 20 Minuten eine neue Simcard und bin wieder online. Danach kann   ich mich um die wirklich wichtigen Dinge kümmern, wo ist der nächste Boddle   Shop und wo gibt es Käse und Brot.

 

Tagesdaten:   99 Km / 5:45 Std.in Fahrt /  67m Anstieg ( flacher geht nicht )

 

 

 

Mittwoch   den 19.04.2017

Da ich vor   der Hauptverkehrszeit raus aus der Stadt sein will, sitze ich schon um 6Uhr30   auf dem Velo. Es sind jetzt schon 30 Grad und drückend schwül, so wie bei uns   zu Hause im Hochsommer kurz vor einem Gewitter. Die NH 29 ist jetzt nur noch   eine schlechte Nebenstraße auf dem mir, als sei es das normalste der Welt ein   Arbeitselefant entgegenkommt.

 

 

Nur für   mich scheint, dass was Besonderes zu sein. Für die Inder bin ich viel   interessanter als ein Elefant. Mich kann ja löchern mit den Fragen: wo gehst   du hin, wo kommst du her, doch am Nachmittag bei 44 Grad, grottenschlechter   Straße und dem 52sten Interview, geht mir das ganz schön auf den Zeiger.

 

Die   Landschaft ist geprägt vom Getreideanbau. Kilometerweit abgeerntete goldgelbe   Felder. Das muss schon die Kornkammer Indiens sein.

 

Um 10Uhr   mache ich Pause und der nächste Dickhäuter kommt an mir vorbeigezogen.

 

Die   schmale Straße die ganz passabel ist, solange es nicht durch ein Dorf geht,   denn dort ist kein Weg mehr, sondern eine Aneinanderreihung von Schlaglöchern.

 

Wie ich   finde kunstvoll zum Trocknen aufgestapelter Kuhdung der hier überall zu sehen   ist.

 

Da in der   Stadt Mau mir kein Hotel zusagte pedale ich weiter nach Gahazipur, ca. 43 Km,   in der Hoffnung das die Straßenverhältnisse sich bessern. Das Gegenteil ist   der Fall, die Buckelpiste geht bis ins Centrum der Stadt.

 

Diese   Situation kann man kaum ablichten den zu der Beschaffenheit der Straße kommt   noch der mörderische Verkehr.

 

Wie man   sieht ich habe es überlebt und nach einer Dusche und einigen Litern kühler   Getränken und einigen Kalorien, geht es mir wieder gut, außer dass ich   jetzt Hundemüde bin. Nur das wir uns nicht falsch verstehen, auch so ein Tag,   oder besser gesagt, gerade so ein Tag gehören zu einer Tour und da möchte ich   keine Minute von missen... 

 

Tagesdaten:   146 Km / 9:35 Std.in Fahrt / 119m Anstieg

 

 

 

Donnerstag   den 20.04.17

21:00 Uhr   ist es, ein frisch aufgebrühter Kaffee steht neben mir und ich sitze auf dem   Bett das Laptop auf dem Schoß und tippe diesen Report. Ein monotoner Gesang   der ab und zu vom hellen Bimmeln einer Glocke übertönt wird, ist von der   Straße her zu hören. Ich bin in der heiligsten Stadt der Hindus Varanasi   angekommen.

Das war   heute ein sehr erlebnisreicher Tag den ich mal etwas genauer   beschreiben werde, damit meine virtuellen Mitfahrer sehen was oft alles   an einem Tag passieren kann.

Da heute   nur 80 Kilometer zu kurbeln sind stehe ich eine Stunde später auf, so dass   ich um halb acht Uhr auf der Straße bin. Das ist ja wie Ballon fahren stelle   ich heute Morgen fest „Denn ich hann de Wenk ob der Röök“. Da auch   weniger Dörfer auf dem Weg liegen halten sich die ausgesetzten Stellen   im Rahmen.

 

Landleben   mit glücklichen Kühen

 

Flusslandschaft

 

Hier habe   ich schon 50 Km geschafft als ich den Ganges sehen kann. Die Vororte der   Millionenstadt sind vom Verkehr und von der Beschaffenheit der Straße   grauslich. Endlich bin ich im Zentrum aber das Guesthouse liegt in der   Altstadt. Wie ich noch überlege wie ich es anstellen soll dort hinzukommen,   hält neben mir ein Moped. Es ist Ashok und sein Sohn die sich anbieten mich   dorthin zu bringen. Die Altstadt besteht nur aus engen Gassen wo gerademal   zwei Personen nebeneinander gehen können. Die Gassen teilen sich also Moped   und Radfahrer mit Fußgänger und Kühen. Das letzte Stück lässt Ashok das Moped   stehen wo sein Sohn drauf aufpassen muss.

 

Links   Ashok und der Eigentümer des „Maa Vishalakshl Paying Guesthouse

 

Oft haben   mir schon Leute geholfen so wie heute Ashok, ohne diese Menschen wäre einiges   viel schwieriger geworden.

 

Das Haus   ist 200 Jahre alt, erzählt mir ein junger Mann der sich wohl um das vermieten   der Zimmer kümmert und mich gestern schon angerufen hat. Er will mir auch   direkt eine Stadtführung mit Guide und Bootsfahrt verkaufen was ich aber erst   mal abblocke.  Das Zimmer im ersten OG ist ohne Fenster nur künstliches   Licht. Nach dem mein Rad Dress auf der Leine hängt schaue ich mir nochmal bei   Booking.com die Beschreibung mit Bilder von den Zimmern an nach dem   ich das Guesthouse gebucht habe. Da sieht man Räume mit Fenster und von einer   Terrasse ist die Rede. Das werde ich später abklären. Um mir einen ersten   Eindruck von der Stadt zu machen gehe ich runter zum Ganges.

 

Der   heilige Fluss Ganges  

 

Mal   schauen ob der Morgen auch noch sitzt

 

Das ist   eine der Hauptwege und etwas Breiter

 

Obst und   Käse kaufe ich ein und jetzt muss ich nur noch zurück zum Gästehaus finden wo   ich mit dem jungen Mann für 18 Uhr verabredet bin. Ich stelle ihn zur Rede   und siehe da, ein größeres Zimmer mit zwei Fester bekomme ich und die   Dachterrasse mit Blick auf den Ganges ist auch vorhanden. „Geht doch“ aber   das Vertrauen ist weg zu dem Mann. Ich freue mich schon auf Morgen denn hier   gibt es viel zu entdecken.

 

Tagesdaten:   80 Km / 4:50 Std in Fahrt / 101 m Anstieg

 

 

 

Freitag   den 21.04.

Varanasi   hatte im Laufe seiner über 2500 Jahre alten Geschichte schon mehrere Namen   gehabt wie Bernares oder Kashi. Die Stadt ist einfach unvergleichbar und   vielleicht macht die Nähe von Tod und überschwänglicher Lebensfreude den   Scharm der Stadt aus. Viele alte und kranke Hindus kommen aus einem einzigen   Grund in die Stadt um hier zu sterben. Die Angehörigen lassen dann den   Leichnam in einer mehrstündigen Zeremonie verbrennen um dann die Asche in den   heiligen Fluss Ganges zu streuen.

 

Hinten   brennt noch das Feuer und vorne wird gewaschen

 

Für jeden   gläubigen Hindu ist das Bad im Ganges ein reinwaschen von den Sünden. Mich   würden hier keine zehn Pferde reinbekommen denn laut Studien liegt der   Kolibakterien Gehalt des Ganges hier mehrere zehntausendmal höher als in   anderen Gewässern. Auch wenn das Wasser Amrita genannt wird was bedeutet   „Nektar der Unsterblichkeit“

 

Die haben   einfach Spaß am Planschen

 

Auch hier   gibt es Klassenunterschiede in der Art wie und wo man verbrannt wird. Die   bekannteste Verbrennung Stätte ist das Manikarnika Ghat. Hier brennen Tag und   Nacht die Feuer.

 

Doch hier   ist das kein Ort der Trauer oder Betroffenheit eher würde ich es mit   geschäftigen Treiben beschreiben.

 

Die Stadt   hat am Ufer des Ganges mehr als 80 Ghats eines schöner als das Andere

 

 

Jeden   Abend nach 18:00 Uhr findet am Main Ghat eine Zeremonie mit den Pilgern und   einigen Touristen statt. Ich schaue mir das vom Boot aus an.

 

 

Ein wenig   Blass um die Nase ist er schon wie ich meine.

 

 

 

Samstag   den 22.04.

Erst jetzt   komme ich dazu die grobe Planung vom zweiten Teil der Indien Reise zu   schreiben:

Damit ihr   wisst wo es langgeht!

Von der   Grenze zu Indien über Gorakhpur, Mau, nach Varanasi. Zwei Tage Besichtigung   der Stadt.

Von   Varanasi über Allahabad, Kanapur, Kannauj, Karhai, nach Agra. Zwei Tage   Besichtigung Agra.

Von Agra   über Aligarh nach Greater Noida (wo ich meinen Freund Anda aus Mali besuchen   möchte der dort studiert)

Von   Greater Noida über Delhi (Besichtigung Ende dritter Teil der Indienreise)   Rohtak, Jind, Narwana, Sangrur, Ludhiana, Jalandhar, Pathankot nach Jammur.

Dort   beginnt der Dritte und letzte Teil der Indien Reise.

Angedacht   habe ich auch eine Bahnfahrt von Delhi nach Jammu das hängt aber von   verschiedenen Faktoren ab. Das entscheide ich, wenn ich in Delhi bin.

In der   ersten Stunde am Morgen, wenn es gerade hell wird, gehört die Stadt den   Affen. Sie springen von Haus zu Haus auf Wellblechdächer, dass es nur so   scheppert. Buchstäblich machen die einen Affenkrach.

 

Blick aus   meinem Fenster im vierten Stock runter in die Gassen der Altstadt

 

Es findet   sich immer noch was Verwertbares

 

Nach dem   die zweite Wäsche auf der Leine hängt, wandere ich durch das Muslimische   Viertel das noch schlimmer aussieht als die Altstadt, runter zum Ganges. Dort   beim Dashashwamedh Ghat nehme ich mir die Zeit und schaue mir   eine Verbrennungszeremonie an.

 

Die   Angehörigen tragen den vorbereiteten Leichnam, der mit Butterschmalz   eingerieben und in ein orangegelbes Tuch gehüllt und mit Blumenkränzen   geschmückt ist, zum Ganges. Dort schöpfen sie mit den Händen Wasser aus dem   Fluss und übergießen den Leichnam damit. In der Zeit wird der Scheiterhaufen   hergerichtet. Holzscheite werden so auf gestapelt das am Fuß und Kopfende   eine Öffnung bleibt. Nach drei Lagen legt man ein Tuch auf das Holz. Nun wird   der Leichnam mit dem Gesicht nach unten auf den Scheiterhaufen gelegt und   nochmal zwei Lagen Holz geschichtet. Die Angehörigen nehmen Abschied vom   verstobenen in dem sie am Fußende stehend sich verbeugen und ein Gebet   sprechen.  Ein Priester gießt Butterschmalz (von der Kuh) über den   Stapel und zündet ein Bündel Stroh an, mit Feuer das aus dem Tempel   gebracht wurde. Er umrundet mehrfach den Leichnam und zündet dann den Scheiterhaufen   am Fuß und Kopfende an. Die Angehörigen warten bis das Feuer niedergebrannt   ist.

 

Auf dem   Weg zum Main Ghat sehe ich diese Toilette sie ist wie das meiste hier defekt   was nicht so schlimm ist, die Männer pinkeln in jede Ecke.

 

 

Gekaut   wird auch hier was das Zeug hält und rote Spucke findet sich überall.   Schlimmer noch sind die Kühe deren Hinterlassenschaft überall zu finden ist.   Also immer mit einem Auge den Boden nach Tretminen absuchen.

 

Die Drei   treffe ich auf dem Weg zu meiner Lieblingsbäckerei wo man auch gut essen kann   und es gibt wirklich echtes Vollkornbrot dort zu kaufen.

 

Die   abendliche Zeremonie am Ganges schaue ich mir heute vom Land an.

 

Die Show   ist schon gekonnt inszeniert und wird allabendlich zelebriert

 

 

Anschließend   gehe ich zurück zum Gästehaus packen denn morgen früh wird wieder geradelt.

 

 

 

Sonntag   den 23.04.

Nach dem   ich mein Gepäck von der vierten Etage runter geschleppt habe und mein Velo   bepackt ist bin ich schon triefnass geschwitzt. Um Sechs Uhr rolle ich durch   die engen Gassen Richtung Hauptstraße. Einige Männer liegen auf dem Boden und   schlafen noch. Auch die Kühe sind schon unterwegs und machen einen Zug durch   die Gemeinde. Eine Frau verneigt sich vor der Kuh und hängt ihr einen   Blumenkranz in die Hörner, reißt aber am anderen Ende der Kuh ein paar   Schwanzhaare aus. In der Stadt ist es voll von Pilgern die alle zu den Ghats   gehen. Die brennenden Müllhaufen mit ihrem Qualm und Gestank lassen keine   Abschiedsstimmung aufkommen eher das Gegenteil. So bin ich froh, dass ich   nach 15 Km aus der Stadt heraus bin und mich an der Farbenpacht einer Allee   erfreuen kann.

 

Eine   Wohltat für die Augen

 

Nach   weiteren 5 Km fahre ich dann auf einer Autobahn ähnlichen Schnellstraße. Das   große Schild zeigt schon meine Ziele für die nächsten Tage an.

 

 

Zuerst hat   man ja als Europäer bedenken auf so einer Schnellstraße mit dem Rad zu fahren   aber nach dem man dann einen Elefanten überholt hat sind die Bedenken   zerstreut.

 

 

Es fährt   sich gut auf dem Seitenstreifen aber wenn die Straße durch eine Ortschaft   führt dann wird die Autobahn zum Jahrmarkt. Bis zum Tageskilometer 94 bleibt   die AH1 so, um dann zur NH2 einer normalen Straße zu werden. Zwei Pausen lege   ich ein und trinke 7 Liter meist warmes Wasser am heutigen Radtag. Das Thermometer   ist auch auf rekordverdächtige 48 Grad geklettert.

 

Mit den   Wasserbüffeln im Ganges möchte ich jetzt gerne tauschen.

Aber wie   sieht das aus, wenn ein Büffel Rad fährt?  

 

Nach der   vierten Anfrage finde ich ein schönes Zimmer im Hotel „Kashi“ das wurde auch   Zeit den ich bin platt.

 

Tagesdaten:   131 Km / 7:35Std / 128m Anstieg

 

 

 

Montag den   24.04

Um bei der   Hitze mein Pensum zu schaffen, das sich meist nach den Übernachtung   Möglichkeiten richtet, habe ich mich auf die Taktik besonnen die ich schon in   der heißen Phase im Iran, Australien und auch Tansania angewandt habe. Um bei   solchen Temperaturen den ganzen Tag zu pedalen und trotzdem nicht bei der   Ankunft fix und foxi zu sein, muss ich den Körper vor dem   Feuchtigkeitsverlust über die Haut und den Atem schützen. Lange Hose langes   T-Shirt da schauen nur noch die Füße raus die in Radler Sandalen stecken.    Auf und um den Kopf zwei Buff`s die ich immer wieder nass mache und zum   Schluss meine Schirmmütze. Um den Hals ein weiteres Buff, welches ich über   den Mund trage. Die Feuchtigkeit der ausgeatmeten Luft wird wieder mit   eingeatmet. Einfach aber sehr Wirkungsvoll. Das habe ich mir schon vor 20   Jahren von den Berbern in Marokko abgeschaut. Bei Temperaturen über die 40   Grad muss man ca. mit einem Wasserbedarf von 1Liter alle 15-20 Km rechnen. Da werden jetzt einige sagen, so viel kann ich nicht trinken, ich   bin doch kein Kamel. „You Can“

 

Ein nein   gleich drei Dromedare überhole ich heut, ich meine die mit den vier Beinen

 

Die   Landschaft heute ist flach, staubig und monoton aber oft sind es dann die   Kleinigkeiten an denen man sich erfreut wie z.B. ein netter Gruß oder ein   Lächeln das dir einer schenkt. Auf der Straße neben mir stoppt ein Jeep mit   Herrn Kanhaiya Lai V. Shastri und seiner Familie. Er ist Manas Schollar &   Astrologe wie ich seiner Karte entnehme. Ich muss auch direkt die   Radhandschuhe ausziehen und er schaut sich die Linien genau an und meint dann   OK mangels Verständigung ist auch besser so.

 

In der   Mitte ist der Boss

 

Ganz zum   Anfang der jetzigen Radtour habe ich ja geschrieben, dass ich zur Hochzeit   von Carolin und Sven zum 1 September wieder zuhause sein will. Seit Tagen   sehe ich jetzt schon Hochzeitskutschen und habe sie abgelichtet. Dann bin ich   mal gespannt welche der Carolin und Sven gefällt. Ihr könnt natürlich mir   auch schreiben was euer Favorit ist.

 

 

 

Um 18:00   Uhr nach fast einer Stunde Suche und Zimmer besichtigen finde ich mit dem   Hotel „ Maya Shyam“ genau das Richtige. Das stimmt einfach alles. Bei der Besichtigung   vorher schließt der Boy das Zimmer auf, auf dem in großen   Lettern Luxus Room steht, doch hier wimmelt es nur so von Kakerlaken und   das Bettzeug sieht auch aus als wenn die Familie Flodders hier eine   Woche gewohnt hätten.

 

Tagesdaten:   124 Km / 7:40 Std In Fahrt 

 

 

 

Dienstag   den 25.04.

Ehe ich   gestern alles erledigt hatte war es auch schon 23:00 Uhr durch. Ich stelle   keinen Wecker und lasse meinem Körper entscheiden wann er ausgeschlafen hat   und das ist um 5Uhr15. Zwei Stunden später Pedale ich zum Zentrum zurück um   dann später auf die NH 2 zu stoßen. Es dauert noch keine 20 Minuten und der   erste Interviewer fährt auf einem Moped neben mir. Aber daran habe ich mich   schon gewöhnt.

 

Die Pausen   an einem schattigen Platz sind jetzt gut um sich abzukühlen.

 

Das ist   schon der zweite LKW Unfall den ich heute sehe. Viele Fahrer kauen die   Betelnuss um sich wach zu halten aber hier hat das wohl nicht funktioniert.

 

Die 73 Km   bis Kanpur habe ich schnell geschafft dann geht es aber noch mal 10 km durch   die Großstadt eine nervenaufreibende Sache. Die Hotelsuche gestaltet sich   auch nicht einfach aber beim vierten Hotel lande ich einen Treffer. Nettes   Personal, ein schönes Zimmer und gutes Wifi. Beim ersten Spaziergang durch   das Viertel mache ich ein paar Aufnahmen.

 

 

Ein großes   Guesthouse

 

Da scheint   ja ein Messi seinen Laden mal aufgeräumt zu haben.

 

Die Liste   der Dinge die ich noch erledigen muss ist lang und so werde ich Morgen noch   in Kanpur bleiben. Jetzt muss ich mich beeilen denn das Ladegerät vom Laptop   funktioniert auch nicht mehr. Hoffentlich finde ich hier so was ???    Gestern hat schon das Ladegerät für die Garmin Akkus schlappgemacht,   dafür will ich auch noch ein neues Kabel besorgen.

 

Tagesdaten:   86 km / 5:54Std.in Fahrt / 153m

 

 

 

Mittwoch   den 26.04.

Ich kriege   die Krise zwei Ladekabel innerhalb von zwei Tagen, was für ein Zufall. Für   das Kabel vom Akkuladegerät habe ich schnell Ersatz gefunden, aber fürs   Laptop Lenovo Think Pad brauche ich genau das gleiche Modell ADLX45NLC3A.

 

 

Im Hotel   Tirupati Galaxi heißt mein selbstlos helfender Freund  Gaurav Singh   Yadan und steht an der Rezeption. Er schickt einen Angestellten auf dem   Moped mit mir auf dem Sozius zu einem Computer Shop. Dort probiert man   verschiedene Ladekabel aus aber die haben nicht das gewünschte Modell da. Er   verspricht aber bis um 14:00 Uhr eins zu besorgen und im Hotel anzurufen.

 

 

 

In der   Zeit mache ich mich in der Stadt auf die Suche nach Haferflocken. Als ich die   Hoffnung schon fast verloren habe, werde ich doch noch fündig. Ein kleines   Päckchen hat der Händler noch, damit komme ich vielleicht schon nach Delhi.

 

 

In einem   netten Lokal gehe ich Mittagessen. Da auf der Speisekarte nur alles in Hindi   steht und ich das nicht Lesen kann gehe ich von Tisch zu Tisch um zu sehen   was die auf dem Teller haben. Das was mir zusagt bestelle ich. So musste ich   es auch in China machen um nicht irgendetwas blind zu Ordern.

Um 14:30   Uhr meldet sich der Computer Fuzzi, er bekommt das Teil leider nicht. Jetzt   überlegen Gaurav und ich schon das Ladekabel über Amazon India zu bestellen.   Die haben auch das richtige Modell im Sortiment für 2999,- INR. Die Lieferung   soll in ca. 24 Stunden erfolgen. Inzwischen ist ein Stammgast gekommen. Frau   Sania Rikhi die nur hallo sagen wollte, denn ihr Zug nach Delhi fährt um   18:00 Uhr vom ganz in der Nähe liegenden Hauptbahnhof ab. Sie kennt in der   Stadt noch einen großen Computer Shop und kurzer Hand fährt sie mit mir im   Taxi dorthin. Und dort biete man mir an, das alte Kabel für 300,-zu   reparieren oder ein neues für 900,-INR. Ich gehe lieber auf Nummer sicher und   nehme das Neue. Da muss ich doch in meiner übergroßen Freude, Sania mal   umarmen. Jetzt ist wieder alles im Lot und ich kann morgen wie geplant   weiterfahren. Sania gibt mir noch Infos wie ich am besten fahre. Als ich ihr   erzähle das ich noch bevor ich nach Delhi fahre meinen Freund Anda Napo in   Grater Noida besuchen gehe, sagt sie mir das sie auch dort wohnt und schreibt   mir die Adresse auf. Das sind so viele Zufälle auf einmal, wo man, wenn man   Zeit hätte, ins Grübeln kommen könnte ob so viel Zufall noch Zufall ist.

 

Mein   rettender Engel Sania

 

Zurück im   Hotel muss Sania schon zum Bahnhof und ich esse noch eine Kleinigkeit auf dem   Zimmer und packe meine Sachen zusammen, denn Morgen will ich früh los.

 

 

 

Donnerstag   den 27.04.17

Gestern   Abend konnte ich noch mit Tochter Pamela und Enkelin Emma-Johanna skypen. Es   ist schön zu sehen wie die Lütte sich entwickelt. So kann ich den Kontakt zu   ihr aufrecht halten.

Anschließend   schicke ich noch den Tagesreport und Bilder an meinen Sohn Ingo. Über Booking   com buche ich drei Übernachtungen in Agra, wo ich am Samstag gegen Mittag   eintrudeln werde. Es hat sich bewährt in den Touristischen Hochburgen zwei   bis drei Tage vorher zu buchen, denn die günstigen und guten Hotels sind   sonst schon ausgebucht, wenn man ankommt.

 

Eine   Rarität hier in Indien

 

Heute   schaffe ich es um kurz nach sechs auf fast noch leeren Straßen die Stadt zu   verlassen und die letzten drei Kilometer sogar auf einem Radweg. „Welch ein   Hochgenuss“ Nach 15 km bin ich wieder auf der NH 2 die jetzt dreispurig mit   Seitenstreifen je Fahrtrichtung ausgebaut ist. Wie ich finde ein angenehmes   Fahren und kein Gegenverkehr, da entfällt das laute und nervige Hupen.   Gigaliner wo bei uns noch drüber diskutiert wird, sind hier schon lange auf   der Straße.

 

Super   Longvehicle

 

Nach 66Km,   gerade ist es 10:00 Uhr in Indien, da finde ich einen schattigen Platz, denn   es ist Tee Time. Hier haben auch vier Lkw geparkt. Deren Besatzung sitzt   unter einem der Fahrzeuge zusammen und gönnen sich auch eine Pause. Der Eine   kocht Eier der Andere backt Pfannkuchen.

 

 

Das ist   schon ein harter Job Fernfahrer in Indien. Ich sehe die Männer ja täglich.   Für einen Hungerlohn sind sie oft Wochen unterwegs. Schlafen im Fahrzeug oder   wenn es so warm ist unter dem Fahrzeug. Sie waschen sich und ihre Kleidung an   Raststätten wo meist gemauerte Wasser Basseins vorhanden sind.

 

Um kurz   nach 12:00 Uhr bin ich schon in Auraiya meinem angedachten Ziel für heute. Es   ist einfach zu früh und ich bin Noch Top Fit also Kurbel ich noch ein Stück   weiter. An einer Tanke nach 6.5 Std im Sattel ist noch mal eine Pause fällig,   denn bei 40 Grad im Schatten und 110 Km Pedalen, braucht der Körper eine   Abkühlung und ein paar Kalorien. Dreizehn Kilometer weiter, direkt hinter   einer Mautstation sehe ich auf der linken Seite ein Hotel mit Familien   Gaststätte, die meist die Besten sind, habe ich festgestellt. Mit dem Wirt   werde ich schnell einig und ich bekomme ein Zimmer im ersten OG, die mit   einer Klimaanlage Made In India ausgestattet ist.

 

In der   Größe eines Großen Kühlschranks und bringt nicht mehr wie ein Ventilator.

 

Als ich   nach einem wirklich guten Essen auf mein Zimmer komme gehe ich direkt wieder   Rückwärts raus. Eine Affenhitze schlägt mir entgegen. Ich bestehe auf ein   anderes Zimmer und muss die Forderung auch sehr energisch vortragen, bis ich   ein Zimmer bekomme mit einer modernen AC Anlage, die heute Abend noch   fertiggestellt wurden. Internet habe ich hier nicht und über Hotspot bekomme   ich auch keine Verbindung.

 

Tagesdaten:   123Km / 7:20 Std.Fz / 229 m Anstieg.

 

 

 

Freitag   den 28.04.

Um 6Uhr 35   werden entlang der Nationalhighway diese Schilder aufgestellt, denn da bin   ich wieder auf der Straße.

 

 

Das Schild   passt aber auch auf die vielen Bauern die dabei sind die Spreu vom Weizen zu   trennen.

 

 

Nach   kurzer Zeit auf der NH2 wir die Strecke zur Großbaustelle und wird mich den   ganzen Tag begleiten. In meiner Fahrtrichtung wir die Fahrbahn verbreitert   was mit viel Baustellenverkehr Staub und einspurige Umleitungen verbunden   ist.

 

Was mir   auch schon seit Tagen aufgefallen ist, sind immer kurz vor oder nach großen   Städten Privatschulen zu sehen. Weit vorher wir schon Reklame dafür gemacht.   Viele von ihnen sehen super Modern aus andere wie Schlösser oder teure   Hotels.  Bei Allen sind schöne Grünanlagen, Sportplätze und Schwimmbäder   Standard.

 

 

Um 14:00   Uhr rollen meine Räder durch Shikohabad wo ich einen Vodafon Shop aufsuche   der nach schaut warum ich keine Verbindung bekomme. Jetzt habe ich wieder   Connection aber woran es gelegen hat weiß ich immer noch nicht. Bei zwei Banken   ist der ATM defekt aber bei der Dritten klappt es endlich mit dem Bargeld   abheben und ich bin wieder flüssig.

 

Vermummt

 

Auch heute   ist es wieder so heiß und es kündigt sich ein Gewitter an. Fündig werde ich   erst kurz vor Tundla, auf der Suche nach einer Unterkunft. Entweder sie   waren ausgebucht, oder schlichtweg mir zu teuer. Hier   im Park Inn Motel bekomme ich ein großes Zimmer Parterre wo ich mit dem Rad   reinfahren kann.  Auch hier gibt es kein Wifi und die Leitung über   Vodafon ist zu schwach um alles an Ingo zu schicken aber vielleicht ist ja in   der Nacht die Verbindung besser. Ich stelle Mir den Wecker

 

Vielleicht   würde ja auch ein Opfer bei den Hindu Heiligen was Nutzen.

 

Tagesdaten:   126 Km / 8:05 Std. in Fahrt / 205 m Anstieg

 

 

 

Samstag den   29.04

Weil die   Verbindung am Abend so schlecht war, hatte ich mir den Wecker auf 2:00 Uhr   gestellt. Doch in der Nacht ist es mir auch nicht möglich die Daten an Ingo   zu schicken. Erst um sieben Uhr klappt es mit der einer stabilen Leitung.   Zwei Stunden später hat mich die Straße wieder. Es ist immer noch die NH2 und   die Baustelle ist auch noch da.

 

 

Heute   Morgen ist blauer Himmel und Sonnenschein. Gestern sah das noch anders aus,   auf den letzten Kilometern, wurde der Himmel schwarz und ein Inferno brach   los. Es kam urplötzlich Sturm auf. Sowas habe ich mal in der Sahara und in   der Gobi Wüste erlebt aber hier? Der Sturm peitscht den Staub und Sand der   Baustelle über die Straße. Absperrzäune werden umgerissen und Schilder   fliegen durch die Luft. Man sieht die sprichwörtliche Hand vor den Augen   nicht mehr. Der ganze Spuk dauert vielleicht eine viertel Stunde dann   legt sich der Wind und ich sehe das Park Inn Motel.

 

Hier ist   schon Delhi und Agra ausgeschildert

 

Kurz vor   der Stadt auf dem Neuen Inneren Ring merke ich, dass der hintere Reifen Luft   verliert. Mit einmal nach pumpen schaffe ich es bis an einem schattigen Platz   am Ortseingang und wechsele den Schlauch. Das habe ich ja auf meiner Reise   fast tausendmal gemacht und ist zur Routine geworden.

 

Nicht für   die Ind(ian)er, es ist wohl so Interessant, dass sich eine Menschentraube ums   Rad bildet.

 

Ich kaufe   anschließend noch Wasser ein denn das Hotel ist nicht mehr weit. Dort werde   ich schon erwartet. Am Nachmittag so gegen 15:00 Uhr, nach dem ich mich   häuslich niedergelassen habe, gehe ich was Essen. Gerade sitze ich vor einem   Teller Veg. Chowmein als es Draußen zu regnen beginnt.

 

Schnell   bilden sich große Pfützen denn das Wasser kann so schnell nicht ablaufen.

 

Es regnet   nicht es schüttet

 

In einer   guten halben Stunde hört der Regen wieder plötzlich auf so plötzlich wie er   begonnen hat. Das sind wohl die Vorboten der Regenzeit, wir werden sehen.

Morgen   Früh schaue ich mir den Taj Mahal an und hoffe auf klare Sicht und einen   schönen Sonnenaufgang.

 

Tagesdaten:   43 Km / 8:30 Std .in Fahrt / 91m Anstieg

 

 

 

Sonntag   den 30.04

Als der   Muezzin seine Gläubigen zum Gebet ruft, sitze ich schon beim Frühstück. Als   ich um fünf Uhr das Haus verlasse, und zum Himmel schaue sehe ich nur Wolken.   Kein Sonnenaufgang am Taj Mahal heute. Da ich ja noch Zeit habe verschiebe   ich die Besichtigung auf Morgen und leg mich noch mal ein Stündchen aufs Ohr.

 

Verkleidet   mit rotem Sandstein aus Rajastan

 

Auf   Anraten meines Wirts fahre ich nicht mit dem Velo zum Roten Fort, sondern   nehme ein Tuk Tuk. Hinter den 20 Meter hohen Mauern mit einer Länge von 2.4   Km, befinden sich auf einem halbmondartigen Grundriss zahlreiche Paläste und   Moscheen.

 

Eins der   Tore der Festung die aus der Epoche der Mogul Kaiser stammt. Mit dem Bau   wurde 1565 begonnen und im 17 Jahrhundert ausgebaut.

 

Der Innere   Palast

 

Von hier   hatte nicht nur der Großmogul, sondern auch ich einen grandiosen Blick auf   den Taj Mahal

 

Zwischen   den beiden gewaltigen Bauwerken von Agra, dem Roten Fort und dem Taj Mahal   gibt es eine geschichtliche Verbindung. Der Großmogul Shah Jahan der im 17.   Jahrhundert das Fort ausbaute und das Taj Mahal als Grabmal für seine   geliebte Hauptfrau errichten ließ, wurde Mitte des 17. Jahrhundert von seinem   Sohn vom Thron gestoßen und im Roten Fort gefangen gehalten. Vom Jasmin Turm   konnte er auf die letzte Ruhestätte seiner geliebten Frau Mumtaz Mahal   schauen.

 

Blick auf   den Taj Mahal

 

 

Die   weitläufige Anlage ist nur zu ca. einem Drittel der Öffentlichkeit zugängig.   Ein großer Teil wird noch Militärisch genutzt.

 

Jetzt habe   auch ich mir eine Pause verdient

 

Am   Nachmittag nach dem mein Rad gereinigt und inspiziert ist, fahre ich mit dem   Selbigen zum ca. 11 Km entfernten Taj Mahal View Point auf der anderen Seite   des Yamuna River. Ich will nicht schon wieder Eintritt bezahlen so suche ich   mir meinen Eigenen Aussichtspunkt.

 

 Ein   kleiner Vorgeschmack auf Morgen

 

  

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